Rezension


Für ein sozialstaatliches Europa

Soziales €uropa

Etwas älter ist dieses Buch mittlerweile schon. Aktuelle Bezüge sind dennoch reichlich vorhanden: Ein großes Thema war damals der Euro aufgrund seiner Einführung - heute ist es seine Krise und die Auswirkungen der Währungsunion. Um Beschäftigungspolitik und EU-Osterweiterung drehen sich weitere Beiträge. Außerdem geht es um Alternativen für ein soziales Europa. Auch das ist angesichts der Kürzungspolitik leider immer noch ein aktuelles Thema.

Bischoff behandelt in seinem Beitrag Perspektiven des Euro und sieht eine Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds, weil der Euro "Wettbewerbsverzerrungen" durch eine Änderung der Währungsrelationen innerhalb des Euroraums ausschalte. Dass sich wegen fehlender Abwertungsmöglichkeiten der Mitgliedsstaaten Ungleichheiten zwischen ihnen verstärken, findet nicht den Weg in den Beitrag. An dieser Stelle bietet Priewes Beitrag in European Integration in Crisis eine bessere Analyse. Der Fokus des Artikels liegt eher auf dem Zusammenhang zwischen Währungsunion und Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Hier haben sich Bischoffs Prognosen treffend gezeigt: Der Euro hat auf dem Arbeitsmarkt keine Verbesserungen gebracht.

Alternativen für ein soziales Europa sehen die Autoren aus dem Umfeld der Linkspartei in einer sozialstaatlichen Politik, einem "europäischen Sozialstaat". Hier setzen sie vor allem auf die Gewerkschaften.


Soziales €uropa
Heinz Bierbaum
Joachim Bischoff
Frank Deppe
Jörg Huffschmid
Klaus Steinitz
Soziales €uropa
VSA-Verlag 2001
108 Seiten, broschiert
EAN 978-3879758241
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