Rezension


Rudolf Schwarz und die monumentale Ordnung

Rudolf Schwarz and the Monumental Order of Things

"There are no ready-made recipes in Rudolf's work. Each project is a new start. Embarking on each project afresh and perceiving what sort of reality exists in the specific situation means that each time you have to jettison all of your self-made assumptions and face that reality quite nakedly. The way in which that reality is perceived and discovered is what is so moving about his projects."
(Maria Schwarz im Gespräch mit Maria Conen, Juni 2015)

Die Publikation über das Œuvre von Rudolf Schwarz ist als Teil Adam Carusos und Helen Thomas' Forschungsprojektes an der ETH Zürich zu verstehen. Anhand einer Reihe von Monografien werden Bauten und Architekten erforscht, die eine Alternative zur klassischen europäischen Moderne bieten. Neben den bereits erschienen und viel beachteten Titeln The Stones of Ferdinand Pouillon und Asnago Vender and the Construction of Modern Milan (ebenfalls beim gta-Verlag erschienen), knüpft der vorliegende Band Rudolf Schwarz and the Monumental Order of Things an der Suche nach Architektur der anderen Moderne, welche stark mit dem Lokalen und seinen Traditionen verbunden ist, an.
Gemeinsam haben die Werke der drei Architekten, dass sie stets in der Materialwahl und Formgebung aus den jeweils spezifischen Bedingungen und skeptisch gegenüber modischen Trends entwickelt wurden.

Die erste Publikation über Rudolf Schwarz in englischer Sprache umfasst neun sakrale oder profane Bauten (öffentliche Bauten), alle im Rheinland situiert. Die Projekte werden in neu erstellten Plänen und aktuellen Fotografien der renommierten Fotografin Hélèn Binet ausführlich dokumentiert. Die umfassende Analyse beinhaltet Planzeichnungen vom Städtebau bis hin zu detaillierten Grundrissen, Ansichten und Schnittzeichnungen. Neben dem fotografischen Essay, welcher die Bauten verankert in ihrem jeweiligen Kontext und die teilweise monumentale Züge der Innenräume anschaulich und stimmungsvoll wiedergibt, werden die vorgestellten Projekte mit einem Original-Kommentar von Rudolf Schwarz ergänzt.

Das tiefere Verständnis des komplexen Kosmos wird durch die Abschrift Schwarz' Vortrages Architecture of Our Times (Die Baukunst der Gegenwart), 1958 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf gehalten, und dem Essay History Lost and Regained von Adam Caruso und Helen Thomas in seinem historischen Kontext verankert. Abgerundet wird die umfassende Analyse des für die Vor- und Nachkriegszeit in Deutschland prägenden Werks mit einem Gespräch zwischen der Architektin Maria Conen und der Ehefrau von Rudolf Schwarz, Maria Schwarz.

Die 334 Seiten starke Publikation mit über 160 Abbildungen und Plänen ist in einem hochwertigen Leinen-Einband eingefasst. Der bei allen bis jetzt erschienen Büchern verwendete Leinen-Einband und die im Buchumschlag eingelassene Fotografie lassen die einzelnen Bände als Teil einer Buchreihe erkennen. Gekonnt werden einzelne Details für die jeweiligen Ausgaben ausgearbeitet und/oder angepasst. So wurde zum Beispiel bei allen eine individuelle Schriftart verwendet, die passend zum Zeitgeist und Stil des jeweiligen Architekten ausgewählt wurde. Neben den angehängten Original-Plänen überzeugen vor allem die neu gezeichneten und sehr detailreichen Planzeichnungen. Sie ermöglichen eine vielseitige Entdeckungsreise in das monumentale Werk Rudolf Schwarz'.


von Jonas Brun 24. Februar 2017 Short URL https://goo.gl/oAE34N
Adam Caruso (Hrsg.)
Helen Thomas (Hrsg.)
Rudolf Schwarz and the Monumental Order of Things
gta Verlag 2016
334 Seiten, gebunden
EAN 978-3856763626
Sprache: Englisch
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