Rezension


Was über den Rhein geschrieben wurde

Der Rhein

Eine riesengroße Auswahl an Texten, Poesie und Prosa, haben die Herausgeberinnen in diesem Buch zusammengetragen: Texte aus verschiedenen Jahrhunderten, von Dichtern, Schriftstellern, Musikern, Philosophen oder Politikern verfasst. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie sprechen über den Rhein. Eine fast unerschöpfliche Vielfalt an Bekanntem und Unbekanntem wurde hier zusammengestellt. Neben häufig zitierten Gedichten findet sich auch Ausgefallenes wie eine Beschreibung des Eisganges von 1784 oder eine Rede Konrad Adenauers aus dem Jahr 1959, in der er die Untertunnelung von Kölns "Herzstück" fordert, und sich dafür ausspricht, Köln für Fußgänger und nicht für Autofahrer zu planen. Das Schwergewicht der Auswahl liegt auf dem 18. und besonders dem 19. Jahrhundert, doch auch Texte aus dem 20. Jahrhundert sind zahlreich zu finden. Weshalb ausgerechnet Heinrich Böll nur einmal zu Wort kommt, ist wenig verständlich.

Leider geben die Herausgeberinnen zwar Geburts- und Sterbedatum der jeweiligen Autoren an, doch nicht das Jahr, in dem der Text verfasst wurde. Auch erfährt der Leser nichts über die Autorinnen und Autoren. Bei den Bedeutenden ist das kein Problem, doch finden sich in der Zusammenstellung eine Unzahl an Namen, die nur wenigen bekannt sein dürften. Nicht einmal, ob es sich um einen Schriftsteller oder einen Maler handelt, wird dem unbedarften Leser verraten.

Gegliedert ist das Buch entlang des Flusslaufes, vom Quellgebiet bis zum Mündungsdelta. Ein Ortsregister am Ende des Bandes ermöglicht die gezielte Suche nach einzelnen Städten.


Der Rhein
Gertrude Cepl-Kaufmann (Hrsg.)
Hella-Sabrina Lange (Hrsg.)
Der Rhein
Ein literarischer Reiseführer
WBG 2006
208 Seiten, gebunden
EAN 978-3534189199
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