Kurzkritik


Zum Bodeneigentum

Land und Freiheit

Dieser Band versammelt als bedeutsam erachtete Beiträge zur Frage des Eigentums an Grund und Boden. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf einer Nachzeichnung der historischen Entwicklung.

Der Sammelband ist unterteilt in neun Kapitel, beginnend mit Beiträgen aus dem 18. Jahrhundert, beispielsweise von Thomas Paine. Quesnay als Physiokrat kommt genauso zu Wort wie Adam Smith und Ricardo, Marx und Engels, Landauer sowie Schumpeter und Oppenheimer mit Texten aus ihrer Kontroverse Anfang des 20. Jahrhunderts. Einführende Worte des Herausgebers zu Beginn der jeweiligen Kapitel verhelfen zum besseren Verständnis des historischen Hintergrunds. Das letzte Kapitel handelt vom "Kampf um Grund und Boden heute" in den theoretischen Debatten. Es geht dabei unter anderem um die Theorie Ostroms zu Allmenden bzw. Commons, einen kurzen Blick auf die Situation in Osteuropa sowie um das kommunale Erbbaurecht. Es ist eine hilfreiche Sammlung, die zur Lektüre der historischen Texte einlädt und dabei besonderen Wert auf den geschichtlichen Diskurs in der Neuzeit legt. Durchaus etwas umfangreicher hätte sie sein können, vor allem in Bezug auf die Diskussionen der Gegenwart, in der sich aufgrund von Bodenspekulation die Problematik weiter zuspitzt. Literaturtipps der Autoren für die weitere Beschäftigung mit den Themen wären es wohl ebenfalls wert, in den Band aufgenommen zu werden.


Land und Freiheit
Gerhard Senft (Hrsg.)
Land und Freiheit
Zum Diskurs über das Eigentum von Grund und Boden in der Moderne
Promedia 2013
198 Seiten, broschiert
EAN 978-3853713587
Copyright 2018 by rezensionen.ch